Zur Abfolge der ersten Dekorationsserien der Reliefsigillata-Töpfer in Rheinzabern

Mit 3 Beilagen (A – C)

Von Friedrich-Karl Bittner

 

Ricken 1942, Taf. 10,6
Ricken 1942, Taf. 10,6

Abstract

Based on various criteria (especially the use and sequence of the ovolos, regarded as a control function within the manufactory), F.-K. Bittner tries to rearrange the sequence of the decoration series within the Rheinzabern mould-made sigillata, unfortunately presented by Heinrich Ricken without justification. Bittner divides the production in Rheinzabern into potter’s generations, of which the first two are treated here. In the center of the interest are the positions of Cobnertus I and III and Reginus I. The attached lists of figure types facilitate the traceability of Bittner’s proposals.

 Auf Grund verschiedener Kriterien (besonders der Verwendung und Abfolge der Eierstäbe, die als Kontrollfunktion innerhalb der Manufakturen angesehen werden) versucht F.-K. Bittner eine Neuordnung der von H. Ricken leider ohne Begründung vorgelegten Abfolge der Dekorationsserien der Reliefsigillata-Töpfer in Rheinzabern. Bittner teilt die Produktion in Rheinzabern in Töpfergenerationen ein, von welchen hier die ersten beiden behandelt werden. Im Zentrum des Interesses stehen die Positionen von Cobnertus I und III und Reginus I. Die beigefügten Punzenlisten erleichtern die Nachvollziehbarkeit der Vorschläge Bittners.

Vorwort der Redaktion

Ursprünglich wollte Friedrich-Karl Bittner eigentlich nur eine schöne rote Scherbe mit einer Venus finden, als er im Herbst des Jahres 1979 die römische Manufaktur suchte, von der er von seinem Schwager gehört hatte. Nach vergeblicher Suche in Bad Bergzabern fand er sie am nächsten Tag in Rheinzabern. Während dort in den Rehgärten Raubgräber einen Ofen mit dünnwandigen Gefäßen ausräumten, sammelte er seine ersten Lesefunde. Nach zwei weiteren Wochenenden mit vielen Lesefunden suchte er Kontakt zum Grabungsleiter der DFG-Grabungen im Südteil des Ortes (Gewann 24 Morgen), F. Reutti, der ihm die wichtigste Literatur nannte.

Bittner war fasziniert vom Material. Die Grabungen standen zum Saisonabschluß unter Zeitdruck. Bittner bot spontan seine Hilfe an. So konnte eine Ofenbedienungsgrube (Rhz. 79/657) noch vollständig ausgehoben werden, in der sich zwischen Rohton eine große Zahl von Sigillata-Fehlbrandscherben befanden. Um die Arbeiten kontinuierlich weiter durchführen zu können und dem Fundkomplex ein Schlummern in einem Magazin zu ersparen, bat Bittner bereits damals, den von ihm geborgenen Teil der Scherben vorübergehend mit nach Hause nehmen zu dürfen und eine Auswertung zu versuchen. Grabungsleiter Dr. Fridolin Reutti stimmte dem gern zu und führte Bittner in der Folgezeit in die Grundzüge der Sigillataforschung ein. Bittner entwickelte nun seinerseits eine enorme Aktivität, besuchte zahlreiche Bibliotheken und Museen und fand beim Eindringen in die spezielle Materie in Ingeborg Huld-Zetsche eine erfahrene, hilfsbereite und geduldige Lehrmeisterin (vgl. ihre Einleitung und Zusammenfassung in Bittners erstem Aufsatz 1986).

In all den Jahren seiner unentgeltlichen Forschungsarbeit an dem Fundmaterial beschäftigte Bittner besonders die Chronologie der Rheinzaberner Relieftöpfer, wobei er sich zu Beginn intensiv mit dem Aufsatz von Helmut Bernhard (Bernhard 1981) auseinandersetzte.

Insgesamt drei Aufsätze publizierte Bittner in Abständen in den Bayerischen Vorgeschichtsblättern zu diesem Thema: Bittner 1986, Bittner 1996, Bittner 2011.
Der hier nun als Online-Blog-Post vorgelegte, weitere Aufsatz wird von F.-K. Bittner als seine letzte Arbeit nach 37 Jahren Beschäftigung mit dem Thema angesehen. Eine ursprünglich längere Fassung mit Einzelnachweisen anhand der vom Verfasser erarbeiteten Tabellen zur Benutzung der Punzen bei jedem einzelnen Töpfer wurde von ihm verworfen zugunsten der hier vorgelegten Quintessenz bezüglich der Frühzeit der Manufaktur. Diese enthält auch neue Ansätze zur Interpretation bestimmter auffälliger Sachverhalte bei der Verwendung bestimmter Punzen bei den verschiedenen Töpfern. Hierbei kommt Bittner zu dem Schluss, dass die relative Abfolge der Töpfer, so wie sie Heinrich Ricken vorgenommen hatte, in einzelnen Punkten zu korrigieren sei. Die vorliegende Arbeit gibt Zeugnis davon, wie schwierig und für viele Kolleginnen/Kollegen kaum noch nachvollziehbar es ist, sich im Dickicht der Verflechtungen der Töpfer innerhalb einer großen TS-Manufaktur zurecht zu finden.

Wohl ein Novum in der Sigillataforschung ist, dass Bittner in die Analyse der Struktur der Manufaktur auch betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte hineinbringt. So postuliert er z.B., dass die Verwendung eines bestimmten Eierstabes eine Kontrollfunktion innerhalb des Produktionsablaufes eines Werkstattverbundes gehabt habe. Ein weiteres Beispiel sind seine Überlegungen zur Ware E 25/ E 26: Sie könnte zur Bezahlung von Leistungen des namenlosen Manufakturbetreibers gedient haben. Hieran wird deutlich, wie mangelhaft im Grunde bisher unsere Kenntnisse vom Funktionieren einer großen Manufaktur sind. Es ist F.-K. Bittners Verdienst, ausgehend von einer sehr subtilen und detaillierten Materialanalyse den Blick auf derartige übergeordnete Gesichtspunkte zu lenken. Dies könnte Modellcharakter haben und zur Nachahmung ermuntern.

 Fridolin Reutti, Susanne Zabehlicky-Scheffenegger

– – – – – – – – – – – – – – – –

 

Heinrich Ricken[1], einer der besten Kenner der Rheinzaberner Manufaktur, in der etwa ab 150 n. Chr. glatte und Reliefware gefertigt wurde, hat leider keine Begründung für die von ihm aufgestellte Abfolge der 90 Dekorationsserien der Reliefsigillata hinterlassen.

Auch in seinem Textband[2], der 2005 von Manuel Thomas bearbeitet und veröffentlicht wurde, sucht man vergebens nach einer Begründung. Dass Ricken den Eierstäben seine besondere Aufmerksamkeit schenkte, geht aus seinem Textband hervor. Denn an erster Stelle einer jeden Dekorationsbeschreibung nennt er den Eierstab. Von Manuel Thomas konnte der Verf. auch erfahren, dass H. Ricken auf den Deckblättern seiner Kladden für die einzelnen Serien die zugehörigen Eierstäbe abgebildet hat.

Leider ist die Forschung trotz zum Teil sehr aufwendiger Versuche nicht weiter gekommen.[3] Deshalb müssen wir, wenn wir mehr Klarheit über die Struktur der Manufaktur und die Beziehungen der Formschüsseltöpfer untereinander gewinnen wollen, in den Bildstempellisten und bei den Eierstäben mit ihren Zierstäben nach Hinweisen suchen. Auf alle anderen Hilfsmittel wie Randstempel, Ab- und Nachformungen, Ergänzungen und Beschädigungen hat der Verf. bewusst verzichtet. Auch müssen wir in unsere logischen Folgerungen unternehmerische Gedanken einfließen lassen und die menschliche Verhaltensweise einbeziehen.[4]


Die Generationen der Rheinzaberner Reliefsigillatatöpfer

Beilage A und Diagramm zu Beilage A: Die Abfolge der Eierstäbe
Link: Beilage A: Generationen der Rheinzaberner Relief-TS-Töpfer – Abfolge der Eierstäbe
Link: Diagramm zu Beilage A: Generationen der Rheinzaberner Relief-TS-Töpfer

Angeregt von Rickens Textband fertigte der Verf. eine Liste, in der untereinander jeweils die Eierstäbe aller Serien erfasst sind. Waagerecht sind pro Serie alle verwendeten Eierstäbe in einer Reihe eingetragen und direkt darunter, soweit benutzt, der zugehörige Zierstab. Die serienspezifischen Eierstäbe sind grau unterlegt.[5]

In den drei rechten Spalten werden unter a die Zahl der Dekorationen im Tafelband genannt, unter b die Zahl der Bildstempel und unter c die Zahl der serienspezifischen Bildpunzen der jeweiligen Dekorationsserie.[6] Direkt hinter den Namen der 90 Dekorationsserien werden auf schwarzem Grund die Zahlen der Dekorationen aus dem Fundkomplex Rhz. 79/657 aus der Grube 17c genannt. Als deren Bearbeiter konnte der Verfasser dank der großen Zahl von Fragmenten, die zu bestimmen waren,[7] bildlich gesprochen, den Töpfern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

Um nichts unversucht zu lassen, wurden versuchsweise alle Bildstempel aller 650 durchnummerierten und leider nur fragmentarisch nachgewiesenen Bilderschüsseln aus dem Fundkomplex Rhz. 79/657 in die jeweiligen Bildstempellisten eingetragen. Diese Arbeit, ausgeführt an ausgesuchten Fundkomplexen mit eventuellen Datierungshilfen, könnte die Forschung sicher wesentlich weiter bringen. Aber es wäre ein mühsamer Weg. Diese Erfahrung und viele Umwege ließen schließlich eine Liste entstehen, in der uns auch die Zierstäbe bei der Neuordnung der Abfolge behilflich sein können.

In Beilage A werden die Eierstablisten in der vom Verf. jetzt vorgeschlagenen, neuen Reihenfolge genannt. Hierbei sind die Serien in sieben, meist noch unterteilte “Generationen” gegliedert.[8] Der Begriff “Generation” steht hier für die Zeit, die ein Töpfer mit mehreren Serien oder einer entsprechend großen Zahl von Formschüsseln arbeitete.[9]

Schon bei der Anfertigung der ersten Listen hatte man den Eindruck, dass die Manufaktur anfangs straff organisiert war. Wir müssen innerhalb der Manufaktur von der Existenz fester Regeln ausgehen, die offenbar zumindest anfangs eingehalten wurden. Setzen wir diese voraus, ergeben sich logische Schlussfolgerungen. So waren z.B. mit großer Wahrscheinlichkeit die Bildstempel eines Töpfers bis zu seinem Ausscheiden für andere Töpfer tabu. Erst nach dem Ausscheiden eines Töpfers konnten seine Bildstempel von anderen Töpfern benutzt werden.

Von Liste zu Liste, Serie zu Serie, Generation zu Generation sieht man die Manufaktur wachsen und sich verändern.

Da in Rheinzabern etwa 100 bis allenfalls rund 120 Jahre Reliefsigillata hergestellt wurde, zeigt die Liste der Generationen sieben aufeinander folgende Generationen von Töpfern. Genauere Zahlen über die Dauer einer Generation anzugeben, bliebe spekulativ, da immer auch uns nicht bekannte Unwägbarkeiten wie etwa Krankheit und Tod hereingespielt haben können.

Die erste und zweite Generation

Beilage B: Bildstempellisten der ersten und zweiten Generation
Link: Beilage B: Bildstempellisten der ersten und zweiten Generation der Rheinzaberner Relief-TS-Töpfer

Janus und Cobnertus

Janus I ist als erster Bilderschüsseltöpfer in Rheinzabern unbestritten. Von seinen 241 Bildstempeln sind 47 serienspezifisch und, was besonders hervorzuheben ist, der Zierstab O 246 ist töpferspezifisch und findet sich nur bei Janus I und Janus II.[10]

Die umstrittene Serie Janus II mit 109 Bildstempeln, von denen 34 serienspezifisch sind, wurde von Ricken zu Recht dicht hinter Janus I auf Platz 4 seiner Abfolge gesetzt.[11] 10 seiner Bildstempel sind direkt und 6 als Vorpunzen bei Janus I zu finden. Diese Vorpunzen werden in den Bildstempellisten mit einem V eingetragen. Die 34 seiner Bildstempel, die sich auch bei Reginus I finden, haben nicht den Weg von Reginus I zu Janus II, sondern von Janus II zu Reginus I genommen.

Die drei Eierstäbe, E 63a mit dem töpferspezifischen Zierstab O 246, E 70 ohne Zierstab und E 70a wiederum mit dem töpferspezifischen Zierstab O 246 lassen keinen Zweifel an der frühen Einordnung der Serie Janus II aufkommen. Auf ca. 82% aller Janus II-Dekorationen findet sich der Eierstab E 70a mit dem Zierstab O 246. Auf den Eierstab E 70 ohne Zierstab entfallen ca. 12% und auf E 63a mit dem Zierstab O 246 ca. 6%. Eine ganze Reihe von Janus II-Dekorationen trägt außerdem den typischen Janus I-Töpfer-Namensstempel; davon konnte sich der Verfasser am Original persönlich überzeugen.

Diejenigen aber, die vermehrte Funde von Janus II-Formschüssel- oder Bilderschüssel-Fragmenten in der Nähe später Ware (Julius II–Julianus I und Nachbarn) als Beweis für die späte Einordnung der Serie Janus II bewerten, übersehen, dass aus dem Beweis schnell ein Gegenbeweis werden kann. Woher hatten denn sonst die späten Töpfer Julius II–Julianus I und andere die vielen Bildstempel von Janus II? Auch hat sich bisher noch keine Dekoration mit dem Namensstempel Janus gefunden, die die für Julius II‑Julianus I typischen Eierstäbe E 17, E 23 oder E 45 verwendet.

Wer sich an gleich großen Bildstempeln stört, vergisst, dass einzelne Punzen von Bildstempeln, sofern sie noch brauchbar waren, wieder benutzt werden konnten, und das darf man zumindest in der letzten Zeit in Rheinzabern als allgemein üblich voraussetzen. Davon kann man sich schnell überzeugen, wenn man sich die späteren Mitbenutzer aller Bildstempel in den vollständigen Bildstempellisten ansieht[12] und selbst heute kann man noch gut erhaltene Bildstempel-Punzen finden, so die Punze M 230b (Grabung Reutti, Rhz. 79/99, Grube 17b)[13].

Cobnertus muss jünger gewesen sein als Janus. Er überlebte Janus und konnte in seiner letzten Serie Cobnertus I noch 43 Janus-Bildstempel benutzen. Genau diese 43 Janus-Bildstempel irritierten wohl Ricken und müssen ihn veranlasst haben, die eigentlich letzte Cobnertus-Serie Cobnertus I auf den ersten Platz zu setzen.

Da deshalb alle Versuche, mit Rickens Abfolge eine logische Reihe aufeinanderfolgender Töpfer aufzubauen, scheiterten, musste geklärt werden, ob Ricken tatsächlich die Plätze der ersten und der letzten Cobnertus-Serie vertauscht hat, wie einige Kenner schon lange vermuteten.

Da Bildstempel anscheinend gerade in der ersten Zeit erst nach dem Ausscheiden eines Töpfers den Besitzer oder Benutzer wechseln durften, konnte die Serie Cobnertus I die 43 Bildstempel erst nach dem Ausscheiden von Janus übernehmen. Deshalb gibt es keinen Zweifel mehr: Hier irrte Ricken.

Cerialis

Die Frage, welcher Töpfer als erster Töpfer der zweiten Generation zu nennen ist, ist damit beantwortet. Es kann nur Cerialis sein, weil er Janus beerbte und Cobnertus überlebte und noch einige Zeit parallel zu den Nachfolgern von Cobnertus arbeitete. Wenn wir davon ausgehen, dass Janus I der erste Töpfer in Rheinzabern war und Cobnertus etwas später als zweiter Töpfer angefangen hat, ist dies auch glaubhaft und logisch, weil kein Unternehmer ‑ bildlich gesprochen ‑ „sein Licht unter den Scheffel stellt“ und mit einer kleinen Serie und vielen fremden Bildstempeln die Arbeit in Rheinzabern aufnimmt, anstatt mit seinen für Rheinzabern neuen Bildstempeln zu glänzen.

Als erster Töpfer der zweiten Generation muss Cerialis nach dem Ausscheiden von Janus dessen Arbeitsplätze übernommen haben und hatte damit auch Zugriff auf die Janus-Bildstempel.

Glaubt man Ricken, hätte Cerialis gleich in der ersten Serie (Cerialis I) 59 Janus-Bildstempel übernommen, was für eine erste Serie eines neuen Töpfers in Rheinzabern ungewöhnlich wäre. Denn eigentlich würde man erwarten, dass jeder Töpfer zunächst bemüht ist, sich mit seinen eigenen Bildstempeln einzuführen (siehe Cobnertus III). Da Cerialis mit 77 eigenen Bildstempeln nach Rheinzabern kam, hätte er das sicher auch geschafft. Wenn er dann aber bis zum Ausscheiden von Cobnertus I vier Cerialis-Serien ohne Bildstempel von Cobnertus und nach dem Ausscheiden von Cobnertus I weitere Cerialis-Serien mit Cobnertus-Bildstempeln fertigte und vermutlich sogar anfangs noch einige Ausformer des Janus für kurze Zeit weiter arbeiten ließ, die dann, wie von Ricken wahrscheinlich vermutet, in dieser Zeit die “Ware der Art Janus I nahe stehend” fertigten, ist die Annahme naheliegend, dass Cerialis völlig unvorbereitet und dadurch gestresst war.

Die vielfache Benutzung der Bildstempel spricht eigentlich dafür, dass nur ein oder zwei Töpfer an der Fertigung aller Formschüsseln des Cerialis beteiligt waren.

Für die frühen Serien dürfte eigentlich nur Cerialis selbst und für die späteren Serien nur Belsus in Frage kommen, denn Belsus kann im Dienst des Cerialis allenfalls späte Cerialis-Formschüsseln und die Formschüsseln für B.F. Attoni und eventuell Firmus gefertigt haben, da er erst in der nächsten Generation als Töpfer mit drei eigenen Serien in Erscheinung trat.

Ricken muss wegen der größeren Zahl von Affinitäten zu Janus davon ausgegangen sein, dass die Serie Cerialis I tatsächlich die erste Cerialis-Serie ist, der dann fünf weitere Serien folgen.

Als der Verfasser versuchte, sich in die Rolle des Cerialis hinein zu versetzen, stellte er fest, dass der Ablauf ganz anders gewesen sein muss.

Denn wenn Janus aus irgendwelchen Gründen vorzeitig aufhörte, musste sein Nachfolger anfangs improvisieren, weil er eine verkürzte oder keine Vorbereitungszeit hatte.

Um dann möglichst schnell alle Arbeitsplätze mit seinen eigenen Formschüsseln auszurüsten, entstand möglicherweise auch gleich zu Anfang die Serie „der Art Janus I nahestehende Ware“, die mit Genehmigung von Cerialis oder des Betreibers der Manufaktur nach dem Ausscheiden von Janus noch so lange produzierte, bis auch für diese Arbeitsplätze Cerialis-Formschüsseln zur Verfügung standen.

Mit seinem feinen Gespür muss Ricken diese Ware mit 79 Bildstempeln aus der Serie Janus I, 7 serienspezifischen und 9 weiteren Bildstempeln als selbständige Serie erkannt haben, war sich aber nicht sicher, wo bzw. wann er sie einordnen sollte.

Als Cobnertus I dann später ebenfalls ausschied, traten an seine Stelle Firmus I und B.F. Attoni. 38 von 63 Bildstempeln des Firmus I stammen von Cobnertus III. Man möchte fast meinen, dass Firmus zuvor bei Cobnertus als Ausformer gearbeitet hatte und nun dessen Arbeitsplatz als selbständiger Töpfer übernahm. Bemerkenswert ist auch, dass sich in der Serie Firmus I nur ein einziger Janus-Bildstempel findet. Es ist zu vermuten, dass auch dieser Bildstempel auf anderen Wegen nach Rheinzabern kam.

Da die Firmus- und B.F. Attoni-Serien 42 gemeinsame Bildstempel haben, liegt der Verdacht nahe, dass beide Serien von ein und demselben Bilderschüsselhersteller gefertigt wurden. Belsus? Oder war Belsus nach heutigen Begriffen ein “Springer”, der im Auftrag des Manufakturbetreibers arbeitete?[14]

Zur Position von Reginus I

Beilage C: Die Bildstempel von Reginus I
Link: Beilage C: Rheinzaberner Relief-TS-Töpfer – Bildstempel des Reginus I

Es fällt auf: von den 244 Bildstempeln der Serie Reginus I sind 122  serienspezifisch und 42 der restlichen Bildstempeln sind a-, b- oder c-Typen, die alle von Janus stammen.

Da sich 8 Bildstempel der Serie Reginus I nur noch bei Cobnertus und 10 weitere Reginus I-Bildstempel sich sowohl bei Cobnertus als auch Janus finden, kann Reginus I nicht den dritten Platz einnehmen, denn Reginus konnte erst nach dem Ausscheiden von Cobnertus I dessen Bildstempel bekommen, und außerdem fertigte Reginus I noch die Serien Reginus II und Reginus II-Virilis in der dritten Generation.

Die Serie Reginus I kann daher nicht auf dem von Ricken zugewiesenen dritten Platz bleiben. Befasst man sich nämlich eingehender mit der in Rheinzabern einmaligen Bildstempelliste des Reginus I, bemerkt man zwei Auffälligkeiten. Da sind zum einen die vielen Vorpunzen bei anderen Töpfern (in Beilage B und C mit V gekennzeichnet). Hier hat sich Ricken wieder durch die vielen Affinitäten mit Janus I (22 Affinitäten zu und 42 Vorpunzen bei Janus I) und 34 Janus II-Bildstempel irritieren lassen. Dabei hat er aber übersehen, dass Reginus noch die zur dritten Generation gehörigen Serien Reginus II und Reginus II–Virilis gefertigt hat. Also kann Reginus I kaum vor dem Ausscheiden von Cobnertus I in der zweiten Generation in Rheinzabern gearbeitet haben. Denn 38 Bildstempel der Serie Reginus I finden sich in den drei Cobnertus-Serien (20 Bildstempel mit einem X und 18 mit einem V bei mindestens einem der drei Cobnerti), und auch aus 4 Cerialis-Serien finden sich ebenfalls 45 mehrfach benutzte Bildstempel (16 Bildstempel mit einem X und 29 mit einem V bei mindestens einer Cerialis-Serie).

Liest man die Texte zu den Reginus I-Bildstempeln im Textband von Ch. Fischer und H. Ricken, kann man auf den Gedanken kommen, dass der junge Reginus mit nur wenigen eigenen Bildstempeln nach Heiligenberg kam, als Janus diesen Ort längst verlassen hatte, und dort seinen Stil mit vielen kleinen Bildstempeln entwickelte, ehe auch er nach Rheinzabern ging. In der von Janus verlassenen Heiligenberger Werkstatt und ihrer Umgebung fand er sicherlich genug Janus I-Fragmente, von denen er Ab- und Nachformungen machen konnte.

Zur Rolle von B.F. Attoni und Belsus

Ricken erwähnt das seltene Vorkommen des Eierstabes E 1 unter den 132 Dekorationen des B.F. Attoni,[15] übersieht dabei aber, dass der Eierstab E 17 genau so selten in der Serie des B.F. Attoni zu finden ist. Da beide Eierstäbe zur gleichen Zeit noch von Firmus I und von Cerialis benutzt wurden, könnte man annehmen, dass diese beiden Eierstäbe nur versehentlich an den Töpfer B.F. Attoni vergeben wurden. Um die Kontrolle über den gesamten Produktionsablauf nicht zu verlieren, mussten die Eierstäbe E 1 und E 17 durch andere ersetzt werden. Wenn man nämlich darauf achtete, dass in einer Brenngemeinschaft nie zwei Ausformer zur gleichen Zeit Formschüsseln mit den gleichen Eierstäben benutzen, hatte man alle und alles unter Kontrolle.

Zu denken gibt dieser Tausch, also neue Eierstäbe statt E 1 und E 17, da die Serie B.F. Attoni gleich drei für Rheinzabern völlig neue Eierstäbe (E 3, E 23, E 26) verwendet und den Zickzackstab O 248 bekommen hat, den er als Zierstab bei dem Eierstab E 23a einsetzt. Cobnertus benutzte den Zickzackstab O 248 nur in den Serien Cobnertus I und III und zwar nur als Begleitstab der Eierstäbe (E 39c, E 44a; E 11a, E 17a). Auch bei den Serien E 25/26, Peregrinus und E 35 dient O 248 als Begleitung der jeweiligen Eierstäbe (E 25a, E 26a; E 15b, E 61; E 35). Firmus, Mammilianus, B.F. Attoni und die Serie E 25/26 brauchten ihn nur zur Feldertrennung.

Insgesamt zeigt sich: Erst die Umstellung einzelner Serien führt zu einem besseren Verständnis der neuen Abfolge, obwohl auch dann noch viele Fragen offen bleiben.

Cerialis I hat mit Sicherheit die Eierstäbe E 1, E 1a, E 2, E 2c mit dem Zierstab O 241 und E 4 als erster Töpfer benutzt. Die nächsten Nutzer von E 1 und E 2 waren Belsus als Töpfer bei Cerialis, Arvernicus–Lutaevus, Comitialis I und Belsus I als selbständige Töpfer.

Besonders interessant ist der Zwillingseierstab E 3, der sich komplett nur bei B.F. Attoni und Cerialis IV und VI findet und dessen linke Hälfte dann als E 10 etwas später bei Comitialis III und dann bei Verecundus II in Rheinzabern benutzt wurde.

Auch Forrers Dativ-These, also die Auflösung von “B.F.ATTONI” in “Belsus fecit Attoni”,[16] findet ihre Bestätigung in dem, was wir nun von Cerialis und Belsus wissen.

Der Übergang von der zweiten zur dritten Generation

Den Übergang von der zweiten zur dritten Generation der Rheinzaberner Relieftöpfer markieren die Serien mit den Eierstäben E 1 und E 2.

In der Serie des B.F. Attoni fallen 4 oder 5 Dekorationen mit den Eierstäben E 17 und 4 oder 5 Dekorationen mit dem Eierstab E 1 auf.

Da die Dekorationen mit dem Eierstab E 17 von Cobnertus und E 1 von Cerialis an B.F. Attoni vermutlich, wie oben ausgeführt, versehentlich zugeteilt waren, musste B.F. Attoni anscheinend auf diese beiden Eierstäbe wieder verzichten, um die Kontrollfunktion der Eierstäbe nicht auszuhebeln.

Zu Belsus I, II und III

Die erste Belsus-Serie steht für seine Tätigkeit für Cerialis, seine zweite Serie erinnert an seine Tätigkeit für Atto = “B.F. Attoni” und mit der dritten Serie hat er sich der Gruppe angeschlossen, die unter Umständen für den Betreiber der Manufaktur arbeitete, der No-Name-Ware mit dem Eierstab E 25/E 26 vermarktete.

Zur Ware mit E 25/26

Für wen die Ware mit dem Eierstab E 25 oder E 26 gefertigt wurde, ist fraglich. Ließ sich hier der Betreiber der Manufaktur mit dieser Ware für seine Leistungen bezahlen? Schließlich stellte der Betreiber der Manufaktur wahrscheinlich den Ton und das Holz für den Brand und eventuelle andere Leistungen.

Zusammenfassung

Obwohl einige Kenner vermuteten, dass H. Ricken die Cobnertus-Serien I und III in falscher Reihenfolge nannte, ist dem Verfasser bisher keine Begründung in der Literatur bekannt.

Wenn man die Bildstempellisten betrachtet, gibt es nur eine Erklärung: H. Ricken hat sich sowohl bei Cobnertus als auch bei Cerialis durch die hohen Affinitäten zu Janus in die Irre führen lassen. Denn, wie beschrieben, finden sich in Rickens Serie Cobnertus I bei insgesamt 95 Bildstempeln mit 43 Bildstempeln von Janus I auch anteilig die meisten Affinitäten zu Janus, während ihr Anteil in seiner Serie Cobnertus III sehr gering und womöglich zufällig ist.

Dass dieser Irrtum zu weiteren Fehlern führte, ist nicht verwunderlich.

Erst nach der Umstellung der drei Cobnertus-Serien verdanken wir einigen Hinweisen in den Bildstempellisten weitere Korrekturen und Informationen.

Da Cobnertus erst in seiner dritten Serie (Rickens Serie Cobnertus I) Bildstempel von Janus übernahm, und Cerialis ihn überdauerte, können wir davon ausgehen, dass Cobnertus mit Janus etwa gleichzeitig angefangen hat. Vermutlich war Janus aber älter als Cobnertus oder Cobnertus hat etwas später angefangen. Da die Serien Firmus I und B.F. Attoni beide einen erheblichen Anteil von Affinitäten mit Cobnertus haben, können sie nun direkt nach Cobnertus I eingeordnet werden.

Ferner können wir mit einiger Berechtigung mutmaßen, dass Cerialis tatsächlich zu Beginn improvisieren musste, um möglichst schnell alle Arbeitsplätze mit Formschüsseln zu versorgen.

Dafür sprechen auch die so unterschiedlichen Bildstempellisten der Belsus-Serien I, II und III in der dritten Generation.

Vergleicht man abschließend die Gruppen der Generationen mit der Beilage C aus dem Aufsatz des Verfassers in den Bayer. Vorgeschbl. 51, 1986 mit den handschriftlichen Anmerkungen von Bernd Steidl (unpubliziertes, kommentiertes Exemplar beim Verf.), gibt es viele Übereinstimmungen.

Nach der hier vorgelegten Studie mag es reizvoll erscheinen, auch die späteren Serien der Rheinzaberner Reliefsigillata und die Beziehungen der einzelnen Töpfer untereinander noch einmal zu überdenken.


Nachwort

Mit diesem Beitrag möchte sich der Verfasser verabschieden und Allen danken, die ihm freundlich entgegen kamen und für die guten Gespräche und Diskussionen mit ihnen.

Mein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Reutti, der mir im November 1979 die Abfallgrube 17c zur Bearbeitung überließ und Frau Dr. Susanne Zabehlicky-Scheffenegger für ihren redaktionellen Part.

Friedrich-Karl Bittner

Breiter Weg 14
45711 Datteln
Deutschland



Anmerkungen

[1] Ricken 1942; Ricken/Fischer 1963.

[2] Ricken/Thomas 2005.

[3] Mees 2002.

[4] Anm. d. Red.: Dem Problem der Struktur nicht nur der Rheinzaberner Manufaktur geht David Hissnauer in einem eigenen Kapitel “Zur Frage der Organisationsstrukturen in der Sigillata-Produktion” nach: Hissnauer 2014, 235‑250.

[5] Die hier von Bittner verwendeten Begriffe wie “serienspezifisch” usw. sind von ihm in einer Übersicht zusammengestellt: Bittner 1996, 173 f.

[6] Anm. der Red.: Die Spalte c wurde von den Herausgebern eingefügt, in der wir nach Bittners Angaben die Zahl der serienspezifischen Bildstempel eingetragen haben. Das ebenfalls zu Beilage A neu erstellte Diagramm zu den Spalten a‑c soll die jeweiligen Relationen optisch veranschaulichen. Damit wollen wir keiner Interpretation der dort sichtbaren Sachverhalte vorgreifen, halten dies aber für einen Ansatzpunkt für weiterführende Diskussionen.

[7] Von glatter Ware konnten 497 Stempel gelesen werden, und neben vielen kleinen Gefäßen mussten 2.251 anpassende und ca. 1.800 nicht anpassende Rand- und Wandfragmente gezählt werden.

[8] Anm. d. Red.: Vgl. hierzu den Gliederungsvorschlag Bittner 1986, 233‑259 Beilage C mit zwei in sich untergliederten Großgruppen. ‑ Auch Bernhard 1981 mit Beilage 5 hatte die Formschüsseltöpfer in eine größere Zahl von Gruppen unterteilt, die er zu Großgruppen zusammenfasste, allerdings in der Reihenfolge teilweise abweichend zu der hier vom Verf. neu vorgestellten Reihenfolge der Töpfer. ‑ Eine deutlich andere Einteilung aufgrund eines anderen methodischen Ansatzes legte A. Mees vor: Mees 1993 und Mees 2002. ‑ Grundsätzliche Kritik an Bittners Methodik äußert Gimber 1999. ‑ Zur Chronologie der Relieftöpfer jetzt auch Schücker 2016.

[9] Anm. d. Red.: Die Unterteilung der “Zweiten Generation” von 2 bis 2,5 und von 2,5 bis 3,0 meint lt. Verf. (mündliche Mitteilung) eine zeitliche Staffelung, evtl. auch überlappend. Innerhalb der zweiten Hälfte dieser Generation laufen nach Ansicht des Verf. offenbar zwei Untergruppen parallel, weshalb sie beide jeweils mit “von 2,5 bis 3,0” überschrieben sind. Die folgenden Generationen (drei bis sieben) werden vom Verf. in A und B bzw. A-C unterteilt. Hierdurch will der Verf. Gruppen von jeweils untereinander in engerer Beziehung stehenden Töpfern zusammenfassen.

[10] Anm. d. Red.: In der Tabelle Beilage B hat Bittner die von Gimber 1993, 242 f. für Janus I und Art Janus I genannten 8 neuen Punzen nicht erfasst und auch textlich hier nicht berücksichtigt, da sie bisher keine Nummern hatten.

Das Gleiche gilt für die von Gimber 1993, 1112 f. für Janus II genannten neuen Punzen, von denen 16 insgesamt neu sind (alles Ziermotive). Vgl. im Text bei Bittner 2011, 191‑193. Auch die dort in den Typenlisten grau unterlegten, d.h. für diese Töpfer neuen Punzen gehen auf Gimbers Nennung als neue Punzen zurück.

Entsprechend der von Bittner 2011, 184 ff. für die dort vorgestellten späteren neuen Punzen angewandten Typenzählung für Nachträge waren jetzt die von ihm noch nicht erfassten neuen Typen Gimbers mit folgenden (neuen) Nummern zu bezeichnen und in seine Beilage B einzuführen (mit nachfolgender Korrektur seiner Zahlen):

Aus Janus I: Pan mit Stab über Schulter und Kanne = M II, 1. ‑ Pygmäe = M II, 2. ‑ Fegender Hirsch n.l. = T II, 1. ‑ Umschauende Hirschkuh n.l. = T II, 2. ‑ Großkatze (?) = T II, 3. ‑ Kl. Fruchtkorb = O II, 1.

Aus Der Art Janus I nahestehend: außer Pan = M II, 1 noch der Gladiator n.r. (Knorr-Sprater, Blickweiler Taf. 76,6) = M II, 3 und der glatte Doppelkreis (Dm. 4,2 cm) = K II, 2.

Aus Janus II: Stilisiertes zweiteil. Mohnkopfmotiv(?) aus gl. Kurzstab = O II, 2. ‑ Stilisiertes dreiteil. Mohnkopfmotiv aus gl. Kurzstab = O II, 3. ‑ Zweiteilige Stütze = O II, 4. ‑ Kurzer tordierter Stab = O II, 5. ‑ Gekerbter Stab = O II, 6. ‑ Glatter Kurzstab = O II, 7. ‑ Glatter Doppelkreis (Dm.: 3,2 cm) = K II, 1. ‑ Gekerbter Doppelbogen (Dm.: 6,6 cm) = KB II, 1. ‑ Gekerbter Doppelbogen (Dm.: ca. 5,7 cm) = KB II, 2. ‑ Dreifachbogen (Dm.: ca. 7,2 cm) = KB II, 3. ‑ Gerippter Bogen (Dm.: 4,2 cm) = KB II, 4. ‑ Doppelbogen (Dm.: 4,5 cm) = KB II, 5. ‑ Doppelbogen (Dm.: 7,3 cm) = KB II, 6. ‑ Dreifachbogen = KB II, 7. ‑ Doppelbogen (Dm.: ca. 6,4 cm) = KB II, 8. ‑ Glatter Bogen (Dm.: ca. 6,4 cm) = KB II, 9.

Ferner waren aus Gimbers Typenrepertoire-Listen nachzutragen die von Bittner nicht übernommenen Typen: Bei Art Janus nahe: T 19. Bei Janus II: T 139a.

Einige Punzen bei Janus I benennt Gimber mit einem V hinter der Nummer. Er meint damit bei Ricken/Fischer 1963 nicht genannte Varianten der betreffenden Punzennummer. Es sind dies: T 38V, O 10V, O 13V. Bittner hat diese Nummern irrtümlich mit den einfachen Nummern gleichgesetzt. Diese waren für Janus I bereits bei Ricken/Fischer 1963 belegt. Ausnahme ist T 38, das bisher nicht für Janus I nachgewiesen ist, daher in Bittners Liste zu streichen war. Die anderen, von Gimber neu nachgewiesenen Varianten (V-Nummern) waren in Bittners Liste nachzutragen.

[11] Anm. d. Red.: Ausführliche Überlegungen zur bisherigen Diskussion der Stellung von Janus II bei Hissnauer 2014, 199‑209.

[12] Die vom Verfasser geführten Bildstempellisten enden ursprünglich nicht jeweils mit dem namengebenden Töpfer, sondern jede Bildstempelliste zeigt jeden Mitbenutzer aller 90 Dekorationsserien. So kann man ermitteln, von wem ein Bildstempel das erste oder letzte Mal benutzt wurde.

[13] Reutti 1983, 54 f.

[14] Anm. d. Red.: vgl. unten zu “Forrers Dativ-These”.

[15] Ricken/Thomas 2005, 57.

[16] Leider wird in diesem Zusammenhang immer nur Forrer 1911, 126 genannt, dabei bezieht sich Forrer auf W. Barthel in Jacobi 1909, 124. Diesen Hinweis verdankt der Verf. Susanne Zabehlicky-Scheffenegger.


Abgekürzte Literatur

Bernhard 1981 Helmut Bernhard, Zur Diskussion um die Chronologie Rheinzaberner Relieftöpfer. Germania 59, 1981, 79‑93.
Bittner 1986 Friedrich-Karl Bittner, Zur Fortsetzung der Diskussion um die Chronologie der Rheinzaberner Relieftöpfer. Bayerische Vorgeschichtsblätter 51, 1986, 233‑259.
Bittner 1996 ders., Zur Fortsetzung der Diskussion um die Chronologie der Rheinzaberner Relieftöpfer. Bayerische Vorgeschichtsblätter 61, 1996, 143‑174.
Bittner 2011 ders., Erweiterte Bildstempellisten der Rheinzaberner Relieftöpfer. Bayerische Vorgeschichtsblätter 76, 2011, 177‑218.
Forrer 1911 Robert Forrer, Die römischen Terrasigillata-Töpfereien von Heiligenberg-Dinsheim und Ittenweiler im Elsaß (Stuttgart 1911).
Gimber 1993 Michael Gimber, Das Atelier des Janus in Rheinzabern (Karlsruhe 1993).
Gimber 1999 ders., Anmerkungen zur Fortsetzung der Diskussion um die Chronologie der Rheinzaberner Relieftöpfer. Bayerische Vorgeschichtsblätter 64, 1999, 381‑392.
Hissnauer 2014 David Hissnauer, Ein Werkstattbereich des 3. Jahrhunderts n. Chr. der römischen Sigillata-Töpfereien von Rheinzabern. Forschungen in Tabernae/Rheinzabern 2. Forschungen zur Pfälzischen Archäologie 4 (Speyer 2014).
Jacobi 1909 Louis Jacobi, Das Kastell Zugmantel. Der Obergermanisch-Rätische Limes des Römerreiches B 32 (Heidelberg 1909).
Mees 1993 Allard W. Mees, Zur Gruppenbildung Rheinzaberner Modelhersteller und Ausformer. Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 14, 1993, 227‑255.
Mees 2002 ders., Organisationsformen römischer Töpfer-Manufakturen am Beispiel von Arezzo und Rheinzabern unter Berücksichtigung von Papyri, Inschriften und Rechtsquellen. Römisch-Germanisches Zentralmuseum Monographien 52 (Mainz 2002).
Reutti 1983 Fridolin Reutti, Tonverarbeitende Industrie im römischen Rheinzabern. Vorbericht für die Grabungen der Jahre 1978‑1981. Germania 61, 1983, 33‑69.
Ricken 1942 Heinrich Ricken, Die Bilderschüsseln der römischen Töpfer von Rheinzabern. Tafelband (= Wilhelm Ludowici, Katalog VI meiner Ausgrabungen in Rheinzabern 1901‑1914) (Speyer 1942; 21948).
Ricken/Fischer 1963 Heinrich Ricken/ Charlotte Fischer, Die Bilderschüsseln der römischen Töpfer von Rheinzabern. Textband mit Typenbildern zu Katalog VI der Ausgrabungen von Wilhelm Ludowici in Rheinzabern 1901‑1914. Materialien zur römisch-germanischen Keramik 7 (Bonn 1963).
Ricken/Thomas 2005 Heinrich Ricken/ Manuel Thomas, Die Dekorationsserien der Rheinzaberner Reliefsigillata. Textband zum Katalog VI der Ausgrabungen von Wilhelm Ludowici in Rheinzabern 1901‑1914. Materialien zur römisch-germanischen Keramik 14 (Bonn 2005).
Schücker 2016 Nina Schücker, Untersuchungen zur Zeitstellung Rheinzaberner Reliefsigillaten auf Grundlage von Fundkomplexen mit absolutchronologischem Datierungsanhalt. Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 294 (Bonn 2016).

 

Print Friendly
Friedrich-Karl Bittner
* 1928 in Berlin. He worked as a freelance landscape gardener and tree nurseryman. 1979 he visited the excavations at Rheinzabern. There arose his desire to possess a single Roman sherd. Afterwards he was entrusted by the excavators to study a large assemblage of Terra Sigillata and thereby followed in Ricken's footsteps.

2 comments

Leave a Reply

Please submit your full name.